„Project Spartan“ – Microsofts neuer Browser und was wir erwarten können

Windows 10 - Spartan

Letzte Woche hat Microsoft bekannt gegeben, dass Windows 10 mit einem neuen Browser, aktuell noch unter dem Codenamen „Spartan“, ausgeliefert wird. Diese Nachricht hat natürlich für viel Aufsehen und vor allem zu vielen Fragen geführt. Das Smashing Magazine hat das zum Anlass genommen, mit Jacob Rossi, einem der Senior-Entwickler im IE-Team, zu sprechen und ein paar Details von ihm zu erfahren.

Ich habe die wichtigsten Hard-Facts aus dem Artikel zusammengefasst.

  1. Status & Veröffentlichung

    Der neue Browser wird in wenigen Monaten veröffentlicht. Ein genaues Datum oder ein Zeitraum scheint noch nicht festzustehen.

    Den aktuellen Feature-Entwicklungsstatus kann man auf status.modern.ie einsehen.

  2. Engine

    In „Spartan“ wird Trident durch eine neue Rendering Engine (EdgeHTML.dll) abgelöst. Grundlage für diese ist der Support für Standards des IE11, wobei Altlasten (bspw. attachEvent, X-UA-Compatible), Unterstützung für Funktionen alter Versionen, sowie die Document Modes (Oh, wie ich sie hasse) entfernt worden sind.

    Das Javascript in „Spartan“ wird weiterhin durch die Chakra Engine angetrieben.

  3. Features

    Ziel ist es so kompatibel wie möglich mit anderen Browsern zu sein, sodass in Zukunft keine/so wenig wie möglich eigene IE-Workarounds geschrieben werden müssen. Bis Dato wurden dafür alleine schon über 3000 Inkompatibilitäts-Bugs gefixt.

    Aktuell wird an über 40 neuen Web Standards gearbeitet.
    Unter anderem:

    • ES6 Support
    • HTTP/2
    • srcset
    • @supports
    • Touch Events

    Außerdem werden die F12 Developer Tools erneuert.

  4. Updates & Extensions

    Microsoft will die Verbreitung der neuen Betriebssysteme und Browserversionen vorantreiben, sodass keine Uralt-Versionen mehr im Umlauf sind. Ein Schritt in diese Richtung ist, dass Windows 7-, Windows 8.1-, und Windows Phone 8.1-Nutzer innerhalb des ersten Jahres nach dem Launch ein kostenloses Update auf Windows 10 machen können.

    Weiters werden neue Browserfeatures nicht mehr immer erst mit neuen Versionen veröffentlicht, sondern dank Auto-Update laufend.

    Das Installieren von Extensions ist zurzeit nicht möglich und es wird auch erst an einem Plan dafür gearbeitet.

  5. Abwärtskompatibilität

    Für all jene Unternehmen, die Websites und vor allem Web Applikationen haben, die angewiesen sind auf Funktionen älterer Browser, gibt es den Enterprise Mode. Dieser ermöglicht es, für gewisse Websites, die in den Einstellungen definiert werden müssen, auf die Trident Engine zu wechseln. Das bedeutet, dass man regulär mit „Spartan“ surft und die neue Engine nutzt und nur dann Trident im Hintergrund hat, wenn man auf eine dieser bestimmten Websites navigiert.

    IE11 - Enterprisemode

    Das gute daran ist, dass Benutzer nicht, wie bei den Document Modes, unabsichtlich in einen anderen Modus wechseln können. Die „Trident-Websites“ müssen, üblicherweise von der IT, explizit angegeben werden.

  6. Testen und Feedback geben

    Jeder kann sich aktiv an den Geschehnissen rund um „Spartan“ beteiligen oder auch nur passiv daran teilhaben. Es gibt dafür verschiedene Zugänge und Quellen:

Fazit

Ich war anfangs sehr skeptisch, aber sehe dem Ganzen mittlerweile positiv entgegen. Die Pläne und Änderungen klingen für mich zum größten Teil nachvollziehbar und sinnvoll. Das IE-Team hat sich innerhalb der letzten Monate sehr bemüht, den IE und vor allem die Entwicklung dessen voranzutreiben. Sie waren auf Konferenzen vertreten, haben Tools für Entwickler bereitgestellt und den Entwicklungs-Status transparent gemacht. Zwar habe ich immer noch „Angst“ vor einer neuen Engine, aber diese Entwicklung kann auch Vorteile mit sich bringen.

Manuel Matuzovic

Frontend Developer aus Wien.

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