Vivaldi – Warum nicht noch ein Browser?

Vivaldi Browser

Noch bevor Microsofts „Spartan“ angekommen ist, gibt es schon ein new kid in browsertown. Der ehemalige Opera CEO Jón S. von Tetzchner hat gemeinsam mit einem Team, bestehend aus mehr als 20 Leuten, einen neuen Browser entwickelt und gestern das Preview veröffentlicht.

Der Browser heißt Vivaldi, verwendet Chromium als Grundlage und richtet sich direkt an Power-User.

We are going for the kind of user who spends a lot of time online, keeps a lot of tabs open and likes to work efficiently with a lot of content.

Jón S. von Tetzchner

Hintergrund der Entstehung ist, dass Tetzchner, nachdem er Opera verlassen hatte, mit der Entwicklung nicht zufrieden war, die das Unternehmen durchmachte. Es gefiel ihm nicht, dass Opera von der Presto- zur Webkit- (und in weiterer Folge Blink) Engine wechselte. Denn gleichzeitig wurde damit auch eine andere, breitere Userbase angesprochen. Im Gegensatz dazu ist Vivaldi eben für die ursprüngliche Opera-Community gedacht.
(Auszüge aus dem Interview mit Techcrunch: Former Opera CEO Launches Vivaldi, A New Browser For Power Users)

Features

In dem aktuellen Previewbuild sind noch nicht alle Kernfeatures eingebunden, aber es soll schon mal die Richtung zeigen, in die Vivaldi gehen will.

Tabs und Adressleiste

Ein nettes Detail, das mir sofort aufgefallen ist, ist, dass sich die Hintergrundfarbe des Tabs und der Menüleiste an die dominanteste Farbe im Favicon anpasst.

Vivaldi - Tabs

Quick Commands

Mit CMD + G bzw. F2 kann man die „Quick Commands“ aufrufen und Funktionen, Bookmarks, Einstellungen und besuchte Websites, ähnlich wie bei Spotlight oder Alfred, über einen Launcher filtern und auswählen. Überhaupt gibt es für viele Dinge Shortcuts, beispielsweise kann man mit Alt + D zu den Downloads wechseln und mit Alt + B zu den Bookmarks.

Vivaldi - Quick commands

Nach wenigen Minuten der Benutzung hat mich diese Kernfunktionalität schon sehr begeistert.

Tab Stacks

Ein weiteres Merkmal ist, dass man Tabs in Stacks organisieren kann. Das ist besonders Hilfreich, wenn man oft sehr viele Tabs offen hat. Wenn man aber nicht sehr vorsichtig beim Verschieben der Tabs ist, kann das „Stacken“ recht nervig werden, aber ich denke, dass das in Zukunft sicher noch optimiert wird.

Vivaldi - Tabstacks

Zukünftige Features

In Zukunft soll ein Mail Client im Browser integriert werden. Weiters soll es unter anderem geräteübergreifende Synchronisation, Extensions, eine reine Keyboardnavigation und Performanceoptimierungen geben.

Fazit

Ob wir wirklich einen weiteren Browser brauchen, kann ich nicht beurteilen. So oder so sieht Vivaldi ganz nett aus und die speziellen Features machen auf jeden Fall Sinn. Nachdem die Grundlage für den Browser Chromium ist, sollte dieser zusätzliche Browser für uns als WebdesignerInnen auch keine großen Auswirkungen haben.

Manuel Matuzovic

Frontend Developer aus Wien.

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